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Interview Carlo Meier llllllll «Ich bleibe immer ein Sammler» |
«Seinem Auktionskatalog» |
Am vergangenen 16. und 17. November 2002 war das Hotel Savoy in Zürich Treffpunkt der Numismatiker. Die UBS AG Gold & Numismatik hat am ersten Tag ohne Zweifel die kompletteste Sammlung Eidgenossenschaft versteigert, die bis heute von einer Einzelperson zusammen getragen wurde. Während vierzig Jahren hat Carlo Meier aus D. mit viel Geduld und Leidenschaft über 700 Münzen gesammelt; darunter Raritäten wie das 2 Franken-Stück 1896 in der Qualität Erstabschlag zum Ausruf von CHF 40'000 oder die 5 Franken-Gedenkmünzen 1948 in Gold mit einer Schätzung von CHF 30'000. - Carlo Meier, warum haben Sie Ihre Sammlung verkauft? Ich bin 70 und meine Nachkommen interessieren sich zu wenig für die Numismatik. Da habe ich gedacht, dass es wohl besser ist, wenn ich den Verkauf meiner Sammlung selber in die Hand nehme, da ich die Interessenten, die Händler und den Wert meiner Stücke besser kenne. Erwähnen möchte ich noch, dass meine Sammlung «Eidgenossenschaft» bereits vor fünf Jahren komplett war. Wenn man bereits etwas komplett hat, ist das Interesse daran nicht mehr so gross. - Wie ist es zur Leidenschaft für die Numismatik gekommen? Mein Schwiegervater hat mir vor vielen Jahren einige österreichische Silbermünzen geschenkt. So habe ich zu sammeln begonnen. In den Sechzigerjahren sind die Schweizer Silbermünzen aus dem Verkehr gezogen worden.habe mich dann vermehrt für österreichische und Schweizer Numismatik interessiert. Während vierzig Jahren war es eine eigentliche Manie meinerseits, nur Münzen in perfekter Erhaltung zu kaufen. Sobald ich eine Münze entdeckte, welche noch besser erhalten war als diejenige in meiner Sammlung, konnte ich nicht widerstehen, sie auszutauschen. Die 700 Schweizer Münzen, welche ich in Zürich verkauft habe, waren zu 60% Erstabschläge und zu 40% in Erhaltung Stempelglanz. - Sind Sie mit dem Auktionsergebnis zufrieden? Man hat die Neigung, nie ganz zufrieden zu sein. Trotzdem würde ich auf alles gesehen ja sagen. Bei gewissen Münzen, welche ich in den Achtzigerjahren gekauft habe, habe ich nichts verdient. Im Gegensatz dazu brachten die Münzen, die ich in den Sechzigerjahren erworben habe, am meisten.
Hören Sie nun auf zu sammeln? Damit werde ich nie aufhören. Ich habe zwar meine Schweizer Münzen verkauft, doch es bleiben mir die «Österreicher», mit welchen ich nun meine Zeit vertreibe. Ich besitze mehr als 700 «Franz Joseph». Ausser einzelnen Stücken ist die Sammlung «Erste Republik» vorständig. Die «Zweite» ist es zu 80 Prozent. Diese Sammlung werde ich sicher noch einige Zeit behalten. Wie beurteilen Sie die Entwicklung des numismatischen Marktes in der Schweiz? Die Preise sind seit den Achtzigerjahren stark gesunken. Ich denke, dass wir die Talsohle erreicht haben und die Preise in den nächsten Jahren wieder steigen werden. In der Europäischen Union hat sich die Ablösung der nationalen Währungen auf die Numismatik positiv ausgewirkt. Viele interessieren sich nun für die Vergangenheit der Münzen. Obwohl die Schweiz ihr Geld behält, kann die Numismatik von diesem Effekt nur profitieren. - Welchen Rat würden Sie einem neuen Sammler geben? Nur Münzen in guter Erhaltung kaufen!! Wer Münzen in der Erhaltung «sehr schön» kauft, hat es beim Wiederverkauf schwieriger. Münzen hingegen in unzirkulierter Erhaltung lassen sich immer zu guten Preisen handeln. Die einem Sammler zur Verfügung stehenden Geldmittel sollten möglichst optimal eingesetzt werden. Es ist besser, ein einzelnes Stück in perfekter Erhaltung zu kaufen, als mehrere in schlechtem Zustand. © fleurdecoin.ch |